New Orleans

In den USA ist Französich weiter verbreitet als man denkt. Immerhin sind über 12 Millionen Amerikaner französischer Abstammung. In Maine, New Hampshire, Vermont und Louisiana ist Französisch direkt nach Englisch die am meisten verbreitete Sprache. Im Jahr 2000 gaben über 2 Millionen US-Amerikaner an, innerhalb der Familie Französisch oder französiche Kreolsprachen zu sprechen.

Der heutige US Bundesstaat Louisiana war  von 1682 bis 1763 und  von 1800 bis 1803 französisch. Aus dieser Zeit stammt der starke Einfluss frankophoner Elemente in der Region, der sich bis heute erhalten hat. Neben Quebec fungierte Lousiana als Sammelbecken französicher Kultur in Nordamerika. Während der Sklavenrevolte in der französischen Kolonie Haiti flüchteten von um 1810 circa 10.000 französiche Kolonisten nach New Orleans, und viele von ihnen brachten französischsprachige Sklaven mit. Heute lässt sich der frankophone Bevölkerungsanteil Louisianas in drei Gruppen gliedern.: 4.000 französichsprachige Nachfahren der allerersten Kolonisten, etwa 40.000 Nachkommen haitianischer Sklaven, und etwa 200.000 Cajuns,  Nachkommen kanadischer Kolonisten verschiedenster Herkunft aus dem späten 18. Jahrhundert.

Diese Kulterelemente sorgen in Louisiana und New Orleans für eine einzigartige Mischung, aus der unter anderem Jazz, Zydeco, Cajun, und Funk hervorgingen. Der Zydeco entstand aus einer Stilrichtung namens LaLa aus dem ländlichen Lousiana und schwarzer Sklavenmusik. Das Resultat ist eine vom Blues beeinflusster Musik stil, der ursrpünglich primär mit Akkordeon und Waschbrett gespielt wurde. Heute haben im Zydeco auch elektrischen Gitarren und die Bläser ihren festen Platz. Zu Königen des Zydeco wurden in den 50er Jahren Clifton Chenier und BooZoo Chavis. Es gibt innerhalb des Genres inzwischen verschiedene Ausprägungen. So können Einflüsse des R&B ausgemacht werden, auch karibische und afroamerikanische Merkmale sind in der Musik zu finden. Im Zydeco sind heute sogar Einflüsse aus Funk und Hip Hop auszumachen. Die Cajun-Musik entstand als "weisses" frankophones Gegenstück zum Zydeco. Sie beschränkt sich mit Vorliebe auf traditionelle Elemente und Instrumente, wie die Geige oder die Triangel und erinnert in ihren Grundzügen an eine sanfte Form der Bluegrass Musik.

Ein weiteres musikalisches Element stammt von der von haitianischen Einwanderern mitgebrachten Voodoo Tradition. Afrikanische Einflüsse sind hier gut sichtbar, aber auch der Spiritismus aus dem Frankreich des 19. Jahrhunderts und christliche Symbole spielen eine Rolle. Die Pendaten des karibischen Voodoo in New Orleans sind unter anderem Hoodoo und Gris Gris, wobei vor allem letzterer starke frankophone Tendenzen aufweist. Zum szenischen Repertoire des Gris Gris gehören afrikanische Kettchen und Muscheln ebenso wie christliches Heiligenbild und Taufkerze. Zu den bekanntesten musikalischen Exponenten dieser Stilart gehört der weisse Pianist Dr. John, der es sich in den 70er Jahren nicht nehmen liess, mit einer mit Pop-Elementen angereichteren Hoodoo Priester Ausrüstung aufzutreten.


Nicht nur beim Mardi Gras schmückt man sich in New Orleans gerne mit Ketten. Schmuck gehört selbst für Kinder ganz selbstverständlich dazu, wenn es darum geht, sich für eine Feier zurechtzumachen. Ab einem Alter von ungefähr fünf Jahren, wenn die Gefahr des Hängenbleibens am Schmuck nicht mehr ganz so groß ist, sind auch Creolen für die Kleinen geeignet. Sie sollten jedoch zum Toben und Spielen herausgenommen werden. Ansonsten sind die Creolen ein Schmuckstück, mit denen sich Kinder ein wenig größer und erwachsener fühlen und sich der Welt präsentieren können.